Kinder in Mosambik: Bildung und Kinderarmut

Kultur und Sprache

Die Entwicklung der Gesellschaft in Mosambik wurde von portugiesisch-europäischen und afrikanischen sozialen, politischen und kulturellen Faktoren beeinflusst.

 

Die wirtschaftliche Entwicklung von Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, spiegelt sehr stark den europäischen und afrikanischen Einfluss. Aber ein Großteil der Bevölkerung in Mosambik lebt in Armut, davon eine bedeutende Anzahl auf dem Land. Trinkwasserquellen sind für fast die Hälfte der Armen nur schwer zugänglich. Oft trinken sie verschmutztes Wasser und sind von Krankheiten betroffen.

 

In der mosambikanischen Bevölkerung ist HIV/Aids weit verbreitet, was das Leben der Familien zusätzlich erschwert. Es gibt immer weniger Erwachsene, die für den Lebensunterhalt sorgen können.

 

Die große Anzahl an Waisenkinder trägt auch dazu bei, dass vielen Kindern der Besuch einer Schule oft verwehrt bleibt, weil sie auf den Feldern oder Märkten arbeiten müssen oder auf der Straße leben.

Waisenkinder in mosambik

Ethnische Vielfalt und Sprachen

Die offizielle Amtssprache ist Portugiesisch, die von einem Drittel der Mosambikaner gesprochen wird. Die meisten Mosambikaner sprechen eine der vielen ethnischen Sprachen.

 

Zahlreiche Ethnien und Sprachgruppen bilden die aktuelle Mosambikanische Gesellschaft. Es gibt etwa vierzehn Sprachgruppen: Makua, Lomwe, die Makonde, die Sena, Nyanja, Nyungwe, die Shona, Tonga, Manyika, Ndau, Chopi, die Tswa, Ronga und Shangaana.

Ethnien und Sprachgruppen

Soziale Lage und Gesundheit

In Mosambik beträgt die Anzahl von Kindern über 50 Prozent der Bevölkerung. Laut der Hilfsorganisation Unicef ist ein großer Teil der Bevölkerung durch Mangelernährung, Krankheiten und Armut betroffen.

 

Folgende Zahlen geben einen realistischen Eindruck der Lebensbedingungen der Bevölkerung:

 

53 %  haben keinen Zugang zu sauberem Wasser (2015), nur 58,8 % der Bevölkerung können lesen und schreiben (2015); die Lebenserwartung liegt bei 55,5 Jahren (2016).

 

Kinderarbeit und Kinderarmut zählen zu den großen Problemen des Landes. Kinder müssen zum Lebensunterhalt der Familien beitragen. Viele Familien sind angewiesen auf das Geld, das Kinder nach Hause bringen. Deshalb wird ein Viertel der Kinder noch nicht mal eingeschult.

Kinderarbeit und Kinderarmut

Häufig bekommen sie keine Unterstützung von ihren Familien. Im Gegenteil werden sie durch Kinderarbeit ausgebeutet. Nach Angaben einer Studie von UNICEF arbeiten 32 % der Kinder/Jugendlichen zwischen 7 und 17 Jahren, und zwar vor allem im Agrarsektor und im Dienstleistungsbereich.

 

Laut Arbeitsgesetz ist Arbeit für Kinder unter 15 Jahren nur nach Genehmigung durch das Gesundheits-, Bildungs- und Arbeitsministerium sowie des gesetzlichen Erziehers erlaubt:

 

  • Sie dürfen maximal 38 Std/Woche arbeiten.
  • Sie dürfen keinen gesundheitsschädigenden oder gefährlichen Arbeitsplätzen ausgesetzt werden und müssen vor dem Antritt einer Arbeit medizinisch untersucht werden.
  • Sie müssen den Mindestlohn oder zwei Drittel des Erwachsenenlohns bekommen.
Kinderarbeit

In der Wirklichkeit sind die Bemühungen des Arbeitsministeriums, die Kinderarbeit zu regulieren, jedoch als Misserfolg zu bewerten. Ein weiteres Problem ist der illegale Menschenhandel. Es wird geschätzt, dass mehrere tausend Kinder und Jugendliche jährlich gehandelt werden.

 

Ziel ist meistens Südafrika, wo sie zur Prostitution gezwungen oder als Arbeitskräfte missbraucht werden. Nichtregierungsorganisationen wie Terre des hommes setzen sich für die Rechte der Kinder ein und bekämpfen den Kinderhandel, der auch als moderne Sklaverei bezeichnet wird.

 

Die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung in Mosambik wird durch ein öffentliches Gesundheitssystem gewährleistet. Eine Herausforderung der mosambikanischen Gesellschaft ist die Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit. In der vergangenen Zeit wurden im Gesundheitsbereich einige Fortschritte geschafft.

 mosambik Gesundheitssystem

Dennoch gibt es prioritäre Bereiche, den sich die Gesundheitspolitik der mosambikanischen Regierung zuwenden muss:

 

  • Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchung
  • Ausstattung der Krankenhäuser landesweit (aktuell gibt es nur in einigen Städten Krankenhäuser)
  • Bekämpfung von Tuberkulose, die  mit einer geschätzten Rate von 548 pro 100.000 Einwohner eine gewaltige Last für das Gesundheitswesen ist.
  • Bekämpfung von HIV/Aids. 12,3 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren sind von der Immunschwäche HIV/Aids betroffen (UNAIDS ).
  • Bekämpfung von Malaria. 2014 meldete das mosambikanische Gesundheitsministerium eine alarmierende Steigerung der diagnostizierte Fälle auf 4,6 Millionen. Das Vorkommen von Malaria ist auf dem Lande doppelt so hoch wie in den Städten. 

Bildung

 

Ein großer Teil der Bevölkerung, etwa 40% der Erwachsenen, kann weder lesen noch schreiben.  Die mosambikanische Regierung und internationale nicht-staatliche Akteure fördern seit einigen Jahren die Entwicklung von Bildung, indem sie Schulen gründen, verbessern und die Lehrerbildung verstärken. Trotz der hohen Anzahl an Kindern, die die Schule abbrechen, gehen heute immerhin drei Viertel aller Kinder die Schule. Der Lehrermangel und geringe pädagogische Ausbildung bereiten weitere Probleme.

Armutsbekämpfung  und bildung

Nach dem Friedensvertrag von 1992 wurden wichtige staatliche Maßnahmen für den Grundschulunterricht durchgeführt. Nach aktuellen Angaben gehen 80 % der Kinder 5 Jahre lang zur Schule, während 30 % die Schule bis zur 6. oder 7. Klasse weiterbesuchen.

 

Die Regierung hat das Programm "Bildung für alle" als einen wichtigen Baustein zur Armutsbekämpfung im Gang gesetzt. Die Ergebnisse sind sehr positiv. Die Zahl der Primarschulen ist von 2800 auf wieder über 8000 gestiegen. Neben Portugiesisch werden auch in mosambikanischen Bildungseinrichtungen andere Sprachen wie z.B. Makua-Metto (Cabo Delgado), Njanya (Tete), Emakua (Nampula), Sena und Ndau (Sofala) und Changana (Gaza) unterrichtet. Die Grundschulbildung leidet darunter, dass die Mehrzahl der Kinder kein Portugiesisch spricht. Deshalb soll der Unterricht in einer der zahlreichen Landessprachen beginnen.

bildung mosambik

Wir von Olá Livro möchten die Kinder in Mosambik und die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft e.V. (DMG) bei der Ausstattung von Schulen unterstützen und bitten Sie deshalb um Hilfe.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0